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Eine Geschichte von Sport, Gemeinschaft und Zusammenhalt
Seit 1903 bewegt der TSV Kürnbach Menschen. Aus einem kleinen Turnverein ist über Generationen ein vielseitiger Sportverein geworden, der fest zu Kürnbach gehört.
Unsere Geschichte erzählt von sportlichen Erfolgen und schwierigen Zeiten, von Aufbruch und Neuanfängen und vor allem von den Menschen, die den Verein mit Leidenschaft, Gemeinschaftssinn und ehrenamtlichem Engagement geprägt haben.
Wir blicken zurück auf sechs Kapitel unserer Vereinsgeschichte. Eine Geschichte, die 1903 begann und bis heute weitergeschrieben wird.
Unsere Chronik in sechs Kapiteln
1903–1918 | Die Gründung und die ersten Jahre
1919–1932 | Aufbruch, eigener Turnplatz und die Anfänge des Fußballs
1933–1945 | Vereinsleben in schwierigen Zeiten
1946–1969 | Gemeinsam neu beginnen
1970–2003 | Wachstum, neue Angebote und große Erfolge
2004 bis heute | Aufbruch in ein neues Zeitalter
1903 bis 1918:
Am 1. September 1903 gründeten 35 sportbegeisterte junge Männer den Turnverein Kürnbach. Die Gründung fand nicht auf einem Sportplatz, sondern auf der Kegelbahn der Gaststätte „Germania“ in der Sternenfelser Straße statt. Zum ersten Vorsitzenden wurde Karl Treutle gewählt. Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen und den weiteren Gründungsmitgliedern legte er den Grundstein für den organisierten Sport in Kürnbach.
In den ersten Jahren diente die Kegelbahn der „Germania“ als Turnstätte. Ab 1908 konnte der neu erbaute Löwensaal genutzt werden. Damit war erstmals auch ein regelmäßiges Training im Winter möglich. Bereits 1905 veranstaltete der junge Verein sein erstes Schauturnen. Bei verschiedenen Gau- und Turnfesten erzielten die Kürnbacher Turner schon bald erste Erfolge. Auszeichnungen in Östringen, Bretten und Eppingen zeigten, wie schnell sich der Verein sportlich entwickelt hatte.
1913 übernahm Wilhelm Späth den Vorsitz. Der bisherige Vorsitzende und Mitbegründer Karl Treutle wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Doch die positive Entwicklung wurde durch den Ersten Weltkrieg jäh unterbrochen. Von 1914 bis 1918 kam das Sport- und Vereinsleben weitgehend zum Erliegen. Viele Mitglieder wurden zum Wehrdienst eingezogen, zahlreiche von ihnen kehrten nicht zurück. Der Krieg hinterließ auch im Turnverein und in der gesamten Gemeinde tiefe Spuren.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde das Vereinsleben schnell wieder aufgenommen. Wilhelm Späth führte den Turnverein in den Neubeginn. Zunächst trainierten die Mitglieder auf einem gemeindeeigenen Platz oberhalb der Leiterstraße. Ein entscheidender Schritt gelang 1920: Unter großen persönlichen und finanziellen Anstrengungen erwarb der Verein im Gewann „zu Wackern“ ein eigenes Gelände für einen Turnplatz. Der Kaufpreis von 3.150 Mark musste finanziert werden und belastete den Verein noch viele Jahre.
Zu Beginn der 1920er-Jahre erreichte die wachsende Begeisterung für den Fußball auch Kürnbach. 1921 entstand innerhalb des Turnvereins eine erste Fußballriege. Das Verhältnis zwischen Turnen und Fußball war jedoch schwierig. Innerhalb des Vereins kam es zu Auseinandersetzungen, sodass die Fußballriege bereits 1923 wieder aufgelöst wurde.
1926 fiel schließlich die Entscheidung zur organisatorischen Trennung. Fußballbegeisterte ehemalige Mitglieder gründeten den „Kürnbacher Fußball Verein“. Sein erstes Wettspiel fand auf den Wiesen des Adlerwirts statt und endete mit einem überraschenden 2:1-Sieg gegen Wössingen. Gespielt wurde später im sogenannten „Rehgarten“. Zwischen Turnverein und Fußballverein herrschten zunächst deutliche Spannungen und Rivalitäten.
Der Turnverein entwickelte sich währenddessen ebenfalls weiter. Eine Männerriege und eine zusätzliche Turnriege wurden gegründet, der Turnplatz musste erweitert werden. 1928 feierte der Turnverein sein 25-jähriges Bestehen mit einem großen Turnfest und einer Fahnenweihe. Anfang der 1930er-Jahre traten erstmals auch die Kürnbacher Turnerinnen öffentlich in Erscheinung. Beim Landesfrauenturnfest und 1932 beim Turnfest in Offenburg vertraten sie den Verein mit einem selbst gestickten Wimpel.
1933 bis 1945:
Zu Beginn der 1930er-Jahre konnte der Turnverein eine ehemalige Kantine in Karlsruhe erwerben. Das Gebäude wurde nach Kürnbach gebracht, umgebaut und ab 1933 als eigene Turnhalle genutzt. Möglich wurde dies vor allem durch den großen persönlichen Einsatz zahlreicher Mitglieder. Gleichzeitig wurde der Verein um eine Schülerabteilung erweitert.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 änderten sich die Bedingungen für Vereine grundlegend. Auch der Sport in Kürnbach konnte sich dem politischen Einfluss nicht entziehen. Aus dem Ersten Vorsitzenden wurde der „Vereinsführer“, die Turnjugend ging in die Hitlerjugend über und sportliche Veranstaltungen wurden zunehmend für politische und propagandistische Zwecke genutzt.
1934 wurde erstmals versucht, den Turnverein und den Fußballverein zusammenzuführen. Die Vereinigung scheiterte jedoch an unterschiedlichen Vorstellungen und an der Platzfrage. Der Turnplatz war für reguläre Fußballspiele zu klein, weshalb der Fußballverein weiterhin im Rehgarten spielte. Dort entstand auch ein erstes einfaches Clubheim. Die Mannschaften zogen sich in einem Wochenendhaus um, ein nahe gelegener Bach diente als Waschgelegenheit. Im gleichen Jahr schloss sich der Radfahrverein „Renn“ dem Turnverein an.
Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 kamen die sportlichen Aktivitäten erneut zum Erliegen. Das Vereinsleben wurde von Krieg, Not und Verlust überschattet. Zahlreiche Mitglieder des Turnvereins und des Fußballvereins fielen, wurden vermisst oder starben in Gefangenschaft. Als der Krieg 1945 endete, standen beide Vereine und die gesamte Gemeinde vor einem schwierigen Neuanfang.
Das Jahr 1946 wurde zu einem Wendepunkt der Vereinsgeschichte. Nach intensiven Verhandlungen fanden die Verantwortlichen des Turnvereins und des Fußballvereins einen gemeinsamen Weg. Am 14. Juni 1946 schlossen sich beide Vereine zum „Turn- und Sportverein Kürnbach 1903 e. V.“ zusammen. Aus den früheren Rivalen wurde ein gemeinsamer Verein für alle sportbegeisterten Kürnbacher*innen.
Schon bald zeigte sich, dass die vorhandenen Sportstätten nicht mehr ausreichten. Fußball wurde zunächst auf verschiedenen Wiesen und teilweise auf den Plätzen benachbarter Vereine gespielt. Ab 1947 begann der Bau eines neuen Sportplatzes. Rund 50 Gärten mussten dafür in ein zusammenhängendes Sportgelände umgewandelt werden. Am 13. und 14. Mai 1950 wurde der neue Platz mit einem großen Werbe- und Einweihungssportfest eröffnet. Neben Fußball und Turnen erhielt auch die Leichtathletik wieder einen festen Platz im Verein.
In den 1950er-Jahren stellten sich zahlreiche sportliche Erfolge ein. Die A- und C-Jugend gewannen Meisterschaften, außerdem verpflichtete der TSV seinen ersten Fußballtrainer. Gleichzeitig entstanden erste Pläne für ein eigenes Vereinsheim. Die Umsetzung erwies sich jedoch als langwierig und finanziell schwierig.
In den 1960er-Jahren nahm das Vorhaben schließlich konkrete Formen an. Sportfeste, besondere Fußballspiele und der enorme ehrenamtliche Einsatz der Mitglieder schufen die Grundlage für den Bau. 1966 begannen die Arbeiten am Vereinsheim. Bereits 1967 konnte ein erster Bauabschnitt genutzt werden. Ein besonderer sportlicher Höhepunkt war der Besuch der Fritz-Walter-Prominentenelf mit Weltmeister Fritz Walter sowie weiteren bekannten Spielern.
1968 feierte der TSV sein 65-jähriges Bestehen und veranstaltete einen internationalen Volkslauf mit mehr als 1.000 Teilnehmenden. Im selben Jahr wurde am Vereinsheim Richtfest gefeiert. 1969 waren die Bauarbeiten schließlich so weit abgeschlossen, dass die Innenräume und die neue Turnhalle bezogen werden konnten. Damit hatte der TSV nach Jahrzehnten des Aufbaus endlich ein dauerhaftes sportliches und gesellschaftliches Zuhause.
Mit dem neuen Vereinsheim und der Turnhalle begann eine Phase des sportlichen und organisatorischen Wachstums. 1970 stieg die erste Fußballmannschaft in die A-Kreisklasse auf. Gleichzeitig wurden das Kinderturnen und die Leichtathletik wiederbelebt. Mit einer Tischtennisabteilung und später weiteren Sportgruppen öffnete sich der Verein zunehmend für neue Angebote.
In den 1970er-Jahren beschäftigte den TSV vor allem die Weiterentwicklung seiner Sportanlagen. Der bestehende Platz wurde zunächst provisorisch hergerichtet, während Grundstücke für einen neuen Sportplatz erworben wurden. 1977 begannen die Mitglieder in Eigenleistung mit der Vorbereitung eines Ausweichplatzes. 1978 feierte der TSV sein 75-jähriges Bestehen. Ein Jahr später konnte bereits auf dem neuen Ausweichplatz gespielt werden, gleichzeitig begann der Bau des Hauptspielfeldes.
1980 gelang der ersten Mannschaft erneut der Aufstieg in die A-Klasse. Am 6. Juni 1981 wurde das neue Hauptspielfeld feierlich eingeweiht. In dieser Zeit entstanden weitere Angebote wie Mutter-Kind-Turnen, Aerobic und neue Kindergruppen. 1985 wurde der ausgebaute Ausweichplatz samt Flutlichtanlage eröffnet.
Auch außergewöhnliche Begegnungen prägten diese Jahrzehnte. Der TSV spielte unter anderem gegen Panathinaikos Athen, den Karlsruher SC und später gegen den 1. FC Kaiserslautern. 1989 wurde auf dem Sportgelände außerdem die Partnerschaft mit dem österreichischen Ziersdorf gefeiert. Das Pfingstsportfest der Jugend entwickelte sich zu einem festen Bestandteil des Vereinslebens und zog zeitweise rund 60 Mannschaften aus nah und fern an.
Den bis dahin größten sportlichen Erfolg erreichte die erste Mannschaft 1994 mit dem Aufstieg in die Bezirksliga Sinsheim. Drei Tage lang feierte der Verein diesen Meilenstein. Ende der 1990er-Jahre wurde auch der Mädchen- und Damenfußball weiterentwickelt. 1999 richtete der TSV den Landeswandertag des Badischen Turnerbundes mit mehr als 1.000 Teilnehmenden aus.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends erhielt insbesondere die Jugendarbeit große Anerkennung. 2001 zeichnete die Sepp-Herberger-Stiftung den TSV für seine besonderen Verdienste aus. Im selben Jahr ging die erste Vereinshomepage online. 2002 stieg die A-Jugend als erste Kürnbacher Jugendmannschaft in die Landesliga auf. Zudem erhielt der TSV das Prädikat „Pluspunkt Gesundheit“.
Nach 100 Jahren zeigte sich der TSV Kürnbach als vielseitiger, fest in der Gemeinde verwurzelter Verein. Dies wurde mit einer großen 100 Jahre-Feier ordentlich gefeiert.
Nach dem 100-jährigen Vereinsjubiläum begann für den TSV Kürnbach ein neues Kapitel. Die folgenden Jahre waren geprägt von sportlichem Wachstum, einer erfolgreichen Jugendarbeit und einigen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte.
Gleichzeitig entwickelte sich der TSV auch in der Breite weiter. Das sportliche Angebot wurde über die Jahre kontinuierlich erweitert und spricht heute ganz unterschiedliche Altersgruppen an. Von Tanz und Fußball über Gymnastik bis hin zu vielfältigen Bewegungsangeboten reicht das Spektrum vom Kleinkind bis zu den Senior*innen. Breitensport wird beim TSV gelebt und bildet neben dem Fußball eine wichtige Säule des Vereinslebens. Damit ist der TSV nicht nur Heimat für Mannschafts- und Wettkampfsport, sondern ein Verein, in dem Bewegung, Gemeinschaft und die Freude am Sport über Generationen hinweg zusammenkommen.
Bereits 2006 zeigte sich auch im Fußball, wie wichtig die kontinuierliche Nachwuchsarbeit für den Verein geworden war. Die zweite Mannschaft, die aufgrund der guten Jugendarbeit frühzeitig im aktiven Spielbetrieb antrat, wurde Meister der Kreisklasse B II und schaffte damit den Aufstieg in die A-Klasse.
Einen der größten Meilensteine seiner Geschichte erreichte der TSV im Jahr 2014. Unter Trainer Daniel Kreuzer wurde die erste Mannschaft Vizemeister und qualifizierte sich damit für die Aufstiegsrelegation zur Landesliga. Die Ausgangslage schien schwierig, denn nur wenigen Vereinen aus dem Fußballkreis Sinsheim war zuvor der Sprung über die Relegation gelungen.
Doch die Kürnbacher Mannschaft sorgte für eine Überraschung. Im Halbfinale setzte sie sich nach Verlängerung mit 3:2 gegen Edingen/Neckarhausen durch. Im entscheidenden Finale in Rohrbach/S. folgte ein 3:1-Sieg. Damit war es geschafft: Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte stieg der TSV Kürnbach in die Landesliga auf.
Auch wenn nach nur einer Saison der Abstieg folgte, blieb dieser erstmalige Aufstieg ein herausragender Moment der Vereinsgeschichte. Und die nächste Chance sollte kommen.
2018 gelang unter Trainer Daniel Kreuzer der nächste große Erfolg. Zum ersten Mal wurde die erste Mannschaft des TSV Kürnbach Meister der Kreisliga und kehrte damit in die Landesliga zurück. Dieses Mal etablierte sich der Verein über mehrere Jahre in der höheren Spielklasse.
Eine besondere Herausforderung waren dabei die von der Corona-Pandemie geprägten Spielzeiten, die für den Amateurfußball und das gesamte Vereinsleben eine außergewöhnliche Zeit darstellten. Trotzdem blieb der TSV sportlich auf Kurs. 2022 wurde es noch einmal spannend: Unter Trainer Andreas Macelski musste die Mannschaft erneut in die Relegation. Wieder behielt der TSV in den entscheidenden Spielen die Nerven und sicherte sich den Klassenerhalt.
Bis 2023 spielte die erste Mannschaft in der Landesliga. Damit erlebte der TSV innerhalb weniger Jahre eine außergewöhnlich erfolgreiche sportliche Phase mit zwei Landesliga-Aufstiegen, einer Kreisligameisterschaft und erfolgreichen Relegationsspielen.
Dass erfolgreiche Vereinsarbeit nicht nur an der ersten Mannschaft hängt, zeigte schließlich die Saison 2025/2026. Die zweite Mannschaft des TSV Kürnbach wurde unter Trainer Stefan Schleicher Meister der Kreisklasse C und setzte damit den nächsten sportlichen Höhepunkt.
1903–1913: Karl Treutle
1913–1922: Wilhelm Späth
1922–1929: Wilhelm Simmel, Brühl
1926–1934: Fritz Reuther (Fußball)
1929–1936: Hermann Rausch
1936–1948: Wilhelm Simmel, Brühl
1948–1951: Wilhelm Simmel, Weilerweg
1951–1959: Karl Knauss
1959–1960: Gustav Krimmel
1960–1962: Adolf Berger
1962–1964: Karl Höpp
1964–1975: Karl Steiner
1975–1977: Adolf Berger
1977–1999: Horst Sattler
1999–2000: Ralf Zieger
2000-2015: Marcus Kornherr
seit 2016: Marcel Genc